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Der Pflegenotstand ist kein Mangel – er ist ein Systemversagen

Die Opfer der Sparlogik

Der Begriff „Pflegenotstand“ ist zu einem alltäglichen Wort geworden, doch seine Wiederholung droht, seine schreckliche Bedeutung zu verharmlosen. Er ist nicht bloß eine statistische Lücke bei den Fachkräften; er ist das direkte Resultat jahrzehntelanger politischer und ökonomischer Entscheidungen, die Profitorientierung über Menschlichkeit gestellt haben. Die Konsequenz dieser Sparmaßnahmen und des akuten Personalmangels trifft immer dieselben: die zu betreuenden, hilfsbedürftigen Menschen. Sie sind die stummen Opfer eines dysfunktionalen Systems, in dem ihre Würde, ihre Gesundheit und in vielen Fällen ihr Leben aufs Spiel gesetzt werden.


Die Ökonomisierung der Fürsorge: Wie Sparmaßnahmen Leben kosten

Der zentrale Kern des Pflegenotstandes ist die radikale Ökonomisierung eines essentiellen sozialen Dienstes. Pflegeheime und

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Aktuelles

Kessler Zwillinge – Pflegeheim, nein danke. Der Freitod als letzte Flucht vor der Würdelosigkeit

Die Altenpflege in Deutschland ist seit Jahren ein Sorgenkind, doch das wahre Ausmaß der desolaten Zustände dringt nur in Schüben an die Öffentlichkeit. Die investigativen Dokumentationen von Günter Wallraff und seinem Team haben immer wieder schockierende Einblicke in Pflegeheime und Anstalten geliefert: von massiver Unterbesetzung und Hygienemängeln bis hin zu emotionaler Vernachlässigung. Diese Enthüllungen zeigen ein System, das Profitorientierung über Menschlichkeit stellt. Der jüngste, tragische Entschluss der Kessler-Zwillinge, ihr Leben selbstbestimmt zu beenden, weil sie angeblich erklärten, „auf keinen Fall in ein Heim“ zu wollen, ist nicht nur ein privates Drama. Er ist ein erschütterndes Urteil über den Zustand unserer Gesellschaft