Weihnachten, das Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und der Familie. Doch was als Feier der Geburt Jesu begann, hat sich in den meisten westlichen Kulturen in ein hektisches Konsumritual verwandelt. Der spirituelle und besinnliche Kern des Festes wird von einem Lichtermeer aus Shopping-Malls und dem ohrenbetäubenden Klingeln der Registrierkassen überstrahlt. Dieser Artikel beleuchtet, wie die Konsumgesellschaft das christliche Weihnachtsfest entführt hat und warum der Zwang, Geschenke zu kaufen, dem eigentlichen Sinn der Feier widerspricht.
Der Kitsch-Krieg: Wer schenkt am meisten?
Der Druck, die „perfekten“ Geschenke zu finden, beginnt oft schon Wochen vor dem Fest. Medien und Werbung suggerieren uns, dass wahre Liebe und Wertschätzung nur durch materielle Gaben ausgedrückt werden können. Diese Kommerzialisierung führt zu einem ungesunden Wettbewerb und einem Gefühl der Pflicht, das die Freude am Schenken zerstört. Die einst bescheidene Tradition des Schenkens, die an die Gaben der Heiligen Drei Könige erinnern sollte, ist zu einer Pflichtübung geworden, die uns finanziell und

Die Vorweihnachtszeit ist ein Phänomen, das Jahr für Jahr die gleiche Spirale aus Hektik, Konsum und Stress in Gang setzt. Ab Oktober leuchten die ersten Lichterketten, Kaufhäuser überbieten sich mit Angeboten und wir hetzen von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsfeier. Dieses Spektakel ist so absurd wie unaufhaltsam. Doch das größte Paradoxon liegt in der Wurzel des Festes selbst. Denn das gesamte vorweihnachtliche Treiben, das angeblich die Geburt Jesu feiert, basiert auf einer historischen Fehlinterpretation: Jesus wurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht im tiefsten Dezember geboren. Das Fest, das uns so festlich auf die Feierlichkeiten einstimmt, ist ein Konstrukt, das die historische Wahrheit zugunsten von Tradition und Kommerz geopfert hat.