Weihnachten, das ist für viele von uns der Geruch von Glühwein, das Lichtermeer der Weihnachtsmärkte und die festliche Dekoration des Weihnachtsbaums. Diese Symbole sind so tief in unserer Kultur verwurzelt, dass sie untrennbar mit dem Fest der Geburt Jesu verbunden scheinen. Doch ein genauerer Blick auf die Geschichte offenbart eine verblüffende Wahrheit: Weder der Weihnachtsmarkt noch der geschmückte Baum haben auch nur im Entferntesten etwas mit der ursprünglichen Bedeutung von Weihnachten zu tun. Sie sind eine Erfindung der Neuzeit, deren Erfolg im krassen Gegensatz zum ursprünglichen, spirituellen Kern des Festes steht.
Die Erfindung des Weihnachtsmarkts
Der Weihnachtsmarkt, wie wir ihn heute kennen, ist eine vergleichsweise junge Erfindung. Seine Wurzeln liegen in mittelalterlichen Märkten, die im Spätmittelalter in den deutschsprachigen Gebieten stattfanden. Dort wurden die Bürger mit warmen Speisen und Getränken versorgt, um sich im Winter zu stärken. Die heutigen Märkte mit ihren Karussells, dem Kunsthandwerk und dem Glühwein sind jedoch eine Erfindung der Neuzeit. Sie dienen in erster Linie dem Kommerz und der Unterhaltung. Das Konzept des Weihnachtsmarkts, das die Menschen in eine Art besinnungslose Kauf-Stimmung versetzt, hat mit dem Fest der Nächstenliebe kaum etwas gemein. Es ist eine kommerzielle Inszenierung, die den Zweck hat, die Menschen in eine festliche Konsumstimmung zu bringen.
Der Weihnachtsbaum: Ein heidnisches Symbol
Der Weihnachtsbaum, das zentrale Symbol der deutschen Weihnacht, hat ebenfalls keine christlichen Wurzeln. Seine Ursprünge sind im germanischen Brauchtum zu finden. Dort wurden in der kalten Jahreszeit immergrüne Tannen oder Fichten aufgestellt, um die Lebenskraft der Natur zu feiern und böse Geister zu vertreiben. Der Brauch wanderte dann über das Elsass in das deutsche Bürgertum und wurde erst im 19. Jahrhundert populär. In der Kirche war er lange Zeit verpönt. Dennoch ist er heute ein unerlässlicher Bestandteil der Weihnachtszeit. Seine Präsenz verdrängt die eigentliche Botschaft des Festes zugunsten eines Brauchtums, das mehr mit Aberglauben und Naturverehrung zu tun hat als mit der Geburt Jesu.
Die Abkehr von der Besinnlichkeit
Der Erfolg von Weihnachtsmärkten und Weihnachtsbäumen zeigt, wie sich das Fest von seinem ursprünglichen Sinn entfremdet hat. Statt der inneren Einkehr und der spirituellen Bedeutung stehen heute der äußerliche Schein, die Tradition und der Konsum im Mittelpunkt. Das Fest wird zu einem Ereignis der Sensation, nicht der Reflexion. Die christliche Botschaft von Bescheidenheit und Nächstenliebe wird von einem Kult des Materiellen überlagert.
Fazit: Ein Fest im Schatten seiner Symbole
Weihnachten, wie wir es heute feiern, ist ein Fest im Schatten seiner eigenen Symbole. Die Weihnachtsmärkte und Weihnachtsbäume sind nicht per se schlecht, aber sie dürfen nicht den Blick auf das verstellen, was wirklich zählt. Wenn wir uns wieder auf den ursprünglichen Sinn von Weihnachten besinnen wollen, müssen wir die Erfindung von heidnischem Brauchtum und Kommerz entlarven und den Fokus auf das Wesentliche legen.
