Satire und Poesie
von Freie Medien Germany
Der Kranz hat vier Kerzen, die erste brennt, das Herz in den Schmerzen nach dem, was man nicht kennt.
Die Glocken läuten leise, es glänzt das falsche Licht, auf Kommerz und Konsumreise, die uns die Ruhe bricht.
Im Supermarkt die Posaune schallt, der Stress greift nach dem Sinn, das Jesuskind wird kalt, und die Kasse klingelt hin.
Man singt von Heiligkeit, von Hirten und von Schafen, vergisst die Zeit, die Zeitlichkeit, in der die Wölfe schlafen.
Denn kaum war das Halloween vorbei, da packte man den Glühwein aus, die Seele schrie: „Es ist ein Brei!“, doch die Vernunft blieb stumm zu Haus‘.
Das Fest, das nicht am Datum steht, die Wahrheit, die verschwiegen, weil die Tradition sich dreht um Glitzer und ums Wiegen.
Ein Licht, das uns erleuchten soll, die Sehnsucht nach dem Frieden, doch der Beutel wird nur voll, die Einkehr, sie ist hienieden.
So brennt die Kerze ganz allein, ein Funke, der uns mahnt, ob diese Art von festlichem Schein wir wirklich je getanzt.
